Montag, 12. März 2012

Rezension: "Spätestens in Sweetwater"





Titel: Spätestens in Sweetwater
Autor: Ruediger Schache 
 Gebunden: 272 Seiten
Verlag: Nymphenburger Verlag; 
Auflage: 1. Auflage 2012
Preis: 19,99 (D)
ISBN-10: 3485013684
ISBN-13: 978-3485013680



 

Autor:
Ruediger Schache ist ein Bestsellerautor, der in der Nähe Münchens lebt. Er studierte Psychologie und Wirtschaftswissenschaften und war darüber hinaus auch als Leiter einer Werbeabteilung tätig. 

Er selbst bezeichnet sich als "ewiger Forscher und kritischer Hinterfrager" und er beschäftigt sich mit der Thematik, wie der Mensch seine Realität wahrnimmt - welche Ursachen und Wirkungen dieser Realität und ihrem Verständnis zu Grunde liegen.

Schache verfasste bisher sowohl Sachbücher, als auch Romane. Seine Bücher wurden in 25 Sprachen übersetzt und er schrieb auch unter dem Pseudonym "Richard Wilder".



Inhalt:
Ruediger Schaches Roman „Spätestens in Sweetwater“ entführt den Leser auf eine rätselhafte Reise, die er zusammen mit dem Protagonisten Caleb Brooks begeht. Dieser ist Wissenschaftsjournalist und arbeitet für die New York Times. Bei der Recherche für einen seiner Artikel erfährt Caleb von der Existenz des legendenumwobenen Orts „Streetwater“. Als er sich daran macht, der Legende um „Streetwater“ auf den Grund zu gehen, beginnt sich sein Leben auf  mysteriöse Weise zu ändern. Er begegnet der Buchhändlerin Carol Ryder und erfährt, dass die Legende von „Sweetwater“ auch gleichzeitig mit einem Geheimnis verbunden ist, dass dessen Bewohner wohl behüten und vor dem auch er nicht sicher ist.

Caleb muss die Wahrheit finden. Doch dabei scheint sich ihm das Schicksal in den Weg zu stellen und ein Stein beginnt, den nächsten anzustoßen und somit eine Kette von dramatischen Ereignissen ins Rollen zu bringen. „Wiederkennen. Begegnung. Liebe.“ – so titelt der Text auf dem Buchrücken. Doch bei diesem Buch geht es um noch viel mehr.


Stil/Aufbau:
Das Buch ist in mehrere Kapitel unterteilt, die stellenweise ziemlich kurz sind. Dies ist aber sinnvoll, um die bereits angesprochene Kette und Verknüpfung aus Ereignissen darzustellen.

„Spätestens in Sweetwater“ folgt dem auktorialen Erzählstil und ich konnte dank des angenehmen Schreibstils das Buch in nahezu einem Schwung durchlesen.

An einigen wenigen Stellen kamen mir gewisse Ausführungen für meinen Geschmack etwas zu langatmig vor. Dies bezog sich in erster Linie auf die Beschreibungen von gewählten Settings. Als Grund hierfür sehe ich aber keineswegs einen langweiligen Schreibstil an, sondern eher den Umstand, dass die vielen aufgeworfenen Rätsel des Plots mich so neugierig machten, dass ich schnell Antworten finden wollte. Eben jene stellten sich für mich als wunderbarer Spannungsaufbau heraus, der mich dieses Buch wirklich genießen ließ.

Durch kurze Ausführungen und Erzählungen zu den jeweiligen Charakteren und deren Lebensgeschichte,  wird diesen Leben eingehaucht. So bleiben auch Personen neben Caleb und Carol mir gut im Gedächtnis und ich konnte eine Beziehung zu ihnen aufbauen. Dabei empfinde ich es als gelungen, wie das Charakterdesign in „Spätestens in Sweetwater“ unterschiedlich angelegt ist und die Gemeinsamkeiten – um das gemeinsame Geheimnis um die Menschen aus Sweetwater – dennoch präsent waren und nicht untergingen.



Aufmachung/Auflage:
Mir liegt „Spätestens in Sweetwater“ als Hardcover-Ausgabe in der 1. Auflage von 2012 von „nymphenburger“ vor. Es umfasst 272 Seiten, gedruckt auf FSC®-Papier.  

Der Umschlag des Buches ist blau und auch der Schutzumschlag ist größtenteils in Blautönen gehalten. Die Coverillustration zeigt eine Brücke, die in die Ferne führt, in der ein helles Licht die restlichen Farben und somit auch die Darstellung zu schlucken scheint. Fast schon erscheint die Luft um diese Stelle durch die Mischung des kühlen Blautons mit diesem Licht etwas nebelig. Daraus entsteht bei mir der Eindruck, dass sich in der Ferne etwas Mysteriöses verbirgt, vielleicht sogar ein Übergang in eine andere Welt. 

Mir gefällt die Coverillustration sehr gut und etwas neckisch, aber ansprechend finde ich auch die Illustration eines kleinen Schmetterlings, der auf einer Seite den Buchtitel ziert.





Meine Meinung:
Meine Vorstellungen zu diesem Buch schienen zwischendurch über den Haufen geworfen, obwohl sie dann letztlich doch erfüllt wurden. Mich überraschten einige Ereignisse in der Handlung, die ich nicht vorhergesehen, bzw. in meine Erwartungen an dieses Buch eingebunden hätte. Wenngleich ich schon Drama erwartet habe, so hat mich doch ein gewisser Nervenkitzel getroffen, der mit einer Art von Gefahr zu tun hatte, die ich nicht habe kommen sehen. Dieser Überraschungseffekt hat für mich einerseits einen Vorteil, andererseits einen kleinen Nachteil. Den Vorteil sehe ich ganz klar darin, dass eine Überraschung gelungen ist. Oftmals sind gewisse Handlungsstränge vorhersehbar, was die Freude an einem Buch mindern kann. Dies war hier nicht der Fall. Andererseits war ich plötzlich mit einem Stückchen Handlung konfrontiert, dessen Art ich mir für den Lesegenuss zu diesem Zeitpunkt nicht ausgesucht hätte, da ich emotional auf etwas anderes eingestellt war. 

Gut gelungen fand ich den Spannungsaufbau und auch die Erklärungen, die letztlich gegen Ende des Buches folgten. Obwohl ich dieses Buch als durchaus spirituellen Gedanken folgend ansehe, ist hier doch auch eine Verbindung zur wissenschaftlichen Seite gezogen worden, die ich als sehr interessant erachte. Dabei kam mir diese Form der Erklärungen bisher auch noch nicht in einem solchen Kontext unter und so habe ich sie als äußerst einfallsreich erlebt. Einen Pluspunkt möchte ich auch daran vergeben, dass die wissenschaftlichen Erläuterungen kurz und prägnant gehalten wurden und dabei doch so geschrieben waren, dass sie mir als Laie verständlich wurden. 

Bezüglich der Interaktion von Caleb und Carol hätte ich gern noch etwas mehr gelesen. Sie war in meinen Augen gut und atmosphärisch wiedergegeben, doch ich hätte gern noch etwas mehr davon gehabt – neben den rätselhaften, aber durchaus interessanten Gesprächen vielleicht auch einige Gespräche, die etwas „normaler“ gewirkt hätten. Dies hätte mir geholfen, die beiden als interagierende Charaktere besser von einer etwas anderen Seite zu betrachten, als es mir das Buch im Großen und Ganzen ermöglichte. 

Alles in allem habe ich mit „Spätestens in Sweetwater“ eine angenehme Lesezeit gehabt, die auch sehr unterhaltsam war. Das Buch ließ sich gut lesen und mir gefiel die Verbindung von Spirituellem, Wissenschaftlichem und der Spannung des Plots. 


Von mir bekommt Ruediger Schaches Buch somit 4 von 5 Sternen. 

Kommentare:

  1. Sehr ausführliche Vorstellung und Bewertung - wie immer! Niiiice~

    Das Buch klingt nicht unbedingt nach etwas, was ich lesen müsste aber hey, man ist im Bilde und bleibt es dank dir auch. Weiter so!!

    Bin schon auf die Rezension von "Die Bestimmung" gespannt! Go Four go, huh? :3

    Mata~

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    1. Die Rezension zu "Die Bestimmung" habe ich noch für diese Woche hier geplant. ;-)
      Fertig getippt ist sie bereits und die Fotos für den Eintrag habe ich auch schon geschossen. Ich wollte mich nur halbwegs an das Veröffentlichungsdatum für Rezensionen halten, das in meinem Rezensionsexemplar vermerkt ist.

      Schade, dass das Buch nichts für Dich ist, aber Deinen Geschmack kennend, habe ich das schon geahnt und würde Dir da auch zustimmen.

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