Montag, 2. Juli 2012

"Die Chroniken von Hara - Band 1: Wind" von Alexey Pehov



Nach einer Sendepause, die ich leider nicht umgehen konnte, habe ich heute meine Rezension zu dem ersten Band der neuen Reihe "Die Chroniken von Hara" für Euch. Habt Ihr das Buch schon gelesen? Wie fandet Ihr es? 
Leider ist bei mir gerade alles sehr, sehr chaotisch.... Drückt mir doch bitte die Daumen, dass ich weitere Erfolge bei der Vorbereitung meiner Diplomarbeit mache. Das könnte ich jetzt gerade wirklich gebrauchen. (Zugegeben wäre etwas mehr Schlaf auch gut...)
Ich vermisse gerade das Bloggen sehr und wäre gern öfter hier am Start... Es ist doch schlimm, wenn man sich so gern auf dem Blog austoben würde, aber alles einen irgendwie davon abhält... 
Dafür kann ich Euch aber sagen: Ich lese fleißig, auch wenn es manchmal aus Erschöpfungsgründen nur noch 3 Seiten vor dem Einschlafen werden. Es gibt einige schöne Bücher, die ich Euch gern vorstellen möchte - meine Rezensionen dazu werden bald hier folgen. 

Ich freue mich gerade über jeden aufmunternden Kommentar... Also würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr hier etwas hinterlassen würdet - auch, wenn es nur kurz ist. 

Euch allen alles Liebe,  



Eure 










"DIE CHRONIKEN VON HARA: WIND"






Titel: Die Chroniken von Hara, Band 1: Wind
Originaltitel: Iskateli vetra
Autorin: Alexey Pehov
Übersetzer: Christiane Pöhlmann
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Piper
Auflage: 1. Auflage 2012
Preis: 16,99 (D)
ISBN-10: 3492702589
ISBN-13: 978-3492702584









„Die Chroniken von Hara“ des gebürtigen Moskauers Alexey Pehov werden mit dem ersten Band namens „Wind“ eröffnet. Dieser umfasst 496 Seiten und ist im Piper Verlag erscheinen. Meine Rezension bezieht sich auf die 1. Auflage von 2012. 




Als ich das Buch zum ersten Mal in der Hand hielt, bestach mich bereits dessen schöne Aufmachung. Es handelt sich um ein Taschenbuch, dessen Einband recht stabil ist und sich ausklappen lässt. Auf diese Weise kommt eine Landkarte zum Vorschein, die die wichtigen Schauplätze der Handlung aufzeigt. Ansonsten ist der Einband mit einem farbenprächtigen Cover versehen, auf dem kühlere Farbtöne dominieren, die vom Print her jedoch sehr eindrucksvoll sind. Der Titel des Buchbandes „Wind“ ist auch noch einmal besonders hervorgehoben und fühlt sich beim übers Buchstreichen glatt und angenehm an. Rein optisch empfinde ich das Buch als äußerst ansprechend.

Inhaltlich befasst sich „Wind“ mit der Geschichte des bogenschießenden Mörders Ness und seiner Partnerin Lahen, die einen besonderen Funken in sich trägt. Lahen ist eine Windsucherin und verfügt somit über „die Gabe“. Das macht sie zur Zielscheibe, denn die Anhänger der schwarzen Magie sind auf sie aufmerksam geworden und wollen sie und Ness in ihre Fänge bekommen.
Als wäre dem allen nicht genug, herrscht um die beiden Hauptcharaktere herum kriegerisches Treiben. Einst hat der Krieg das Land Hara zerstört und die Magie in dieser Welt der Kraft beraubt. Längst sind alte magische Kräfte und Kenntnisse ausgelöscht worden. Nun stehen neue kriegerische Auseinandersetzungen an und die Bedrohung wird immer größer. Umso lukrativer erscheint es somit den Anhängern der schwarzen Magie, sich an Lahens Gabe zu bereichern, um ihre Machenschaften ertragreich umzusetzen.

Geschrieben ist das Buch teils aus der Perspektive von Ness und zum anderen Teil aus der eines auktorialen Erzählers. Dieser Wechsel erfolgte auch mitten im Kapitel, war aber gut genug platziert, als dass er zu keinen großen Verwirrungen führte.

Der Plot ist spannend angelegt. Ich habe das Gefühl, dass trotz der 496 Seiten dieses Buches nunmehr die ersten Grundsteine für die wirklich große Handlung gesponnen wurden. Anhand so mancher Zwischenfälle, hat der Autor einiges an Spannung und Action in diesen ersten Band der Chroniken von Hara einfließen lassen.
Viele im Buch beschriebene Auseinandersetzungen verliefen gewaltvoll und blutig. Dabei fanden mir teils ein wenig zu oft hässliche Verletzungen Erwähnung. Ich würde das Buch bezüglich der Gewalteinsetzung und deren Folgen auch nicht für allzu junge Leser empfehlen.

Die abwechslungsreichen Handlungspunkte ermöglichten mir als Leser ein gespanntes Dabeibleiben, auch wenn ich am Ende des Buches das Gefühle in mir trage, dass sich mehr Fragen als Antworten aufgetan habe. „Wind“ hat mir einen flüssigen Lesefluss ermöglicht und mich bezüglich der Handlung angefüttert, aber ich hätte auch gern einige kleine Detail mehr erfahren, um die Vorfreude auf den Folgeband umso mehr anzuheizen.

Sprachlich gesehen empfinde ich „Wind“ durchaus ansprechend. Ich mochte die Wortwahl, die an frühere Zeiten erinnerte. Was mich jedoch irritierte, war die Tatsache, dass mir gerade in der wörtlichen Rede des Öfteren auffiel, dass es eine gewisse Diskrepanz der verwendeten Sprachstile gibt. In den Handlungsbeschreibungen wirkte die Wortwahl älter als in den Gesprächen. Zwar war die Wortwahl in letzten nicht drastisch neuzeitlicher, mutete aber stellenweise doch eher der Gegenwart entsprechend an. Dies ist kein großer Störfaktor, jedoch hätte ich persönlich es lieber gesehen, dann doch eher einen Stil genauer zu verfolgen.
Ein deutliches Plus sehe ich jedoch darin, dass die Sprache den Charakteren angepasst wurde. So spricht ein normaler Mensch beispielsweise anders als ein in Hara existierender Blasge.

An dieser Stelle soll auch das Charakterdesign Erwähnung finden. Dieses erlebte ich als breitgefächert angelegt. Es gibt Menschen, aber auch allerhand befremdlich wirkende Gestalten, die teils gut, teils böse sind. Hier wurde meines Erachtens mit Einfallsreichtum gearbeitet und die ein oder andere Überraschung bereitgehalten.  
Leider muss ich zugeben, dass mir Lahen nicht allzu sympathisch erschien. Dies mag aber daran liegen, dass über sie einfach noch zu viele ungeklärte Dinge im Raum stehen und ihr Charakter dadurch noch nicht allzu fassbar wirkt. Allein schon durch die Passagen, die aus der Sicht von Ness geschrieben sind, ist es leichter, sich ein Bild von ihm zu machen und ihn als Charakter lieb zu gewinnen.
Es gibt aber auch einige Charaktere, die das Potential haben, einem ans Herz zu wachsen und dies ist unter anderem auch der Andersartigkeit gedankt, die die verschiedenen Herkunftsorte der Charaktere mit sich bringen. Diese sind im Rahmen der Handlung nämlich ausschlaggebend für die Prägung des jeweiligen Charakters. So gibt es beispielsweise ein Gebiet, das für seine Kämpfer bekannt ist und die dort Aufwachsenden sind mit passenden Zügen ausstattet.

Das Ende dieses Starterbandes lässt bei Weitem genug offen, um sich auf den nächsten Band zu freuen. Die Vorfreude wird dabei durch etwas Schönes bestärkt, denn im Buch ist tatsächlich eine Leseprobe zum Folgeband namens „Blitz“ enthalten. Diese zeigt Einblicke in das erste Kapitel von Band zwei der Chroniken von Hara.

Ich habe eine Weile überlegen müssen, zu welcher Entwertung ich bezüglich von „Wind“ komme und habe mich dazu entschieden, diesem Buch gute 3 von 5 Sternen zu geben. Dies ist darin begründet, dass mir das Lesen durchaus Spaß machte, ich jedoch noch nicht genau einzuordnen vermag, inwieweit ich den Plot im Ganzen ansprechend finde. Ich sehe hier durchaus gute und spannende Ansätze geschaffen, aber mir fehlt einfach noch das gewisse i-Tüpfelchen, um wirklich fast schon auf den Nägeln kauend auf „Blitz“ zu warten. Ich denke nur ein kleines Bisschen mehr an Offenbarungen hätte genügt, um diesen Effekt zu erreichen.

Leider fehlt mir auch noch die mitreißende Sympathie für Lahen, was mir das Mitfühlen mit ihrer Figur etwas erschwert.  

Nicht ganz gegeben waren mir auch die blutigen Resultate der beschriebenen Kämpfe. Hier wäre ich für weniger davon zu begeistern gewesen.

Positiv erlebte ich jedoch das Einfallsreichtum bezüglich des Charakterdesigns, die wunderschöne Gestaltung des Buches an sich, sowie die Sprünge in den Erzählperspektiven. Auch die Integration der Leseprobe ins Buch ist meines Erachtens ein Lob wert.

Es gibt so Einiges, das für dieses Buch spricht und trotz meiner Kritikpunkte empfinde ich es als lesenswert. Ich möchte meinen Blick nun auf den Folgeband richten, denn ich verspreche mir davon mehr Offenbarungen und somit einen größeren Aufbau des persönlichen Bezuges zum Plot, sowie zu Lahen. Ich denke, die Chroniken von Hara verfügen über ein gewisses Potential, in das ich vertraue und auf dessen Erfüllung ich baue.  


 










 







 
 
 
LESEPROBE: 





***

Vielen herzlichen Dank an amazon und den Piper Verlag für dieses Rezensionsexemplar!




Kommentare:

  1. Liebe Tyler,

    habe soeben dein Blog gefunden und muss sagen, es gefällt mir! Bin Leserin bei dir geworden und werde öfter mal bei dir stöbern. :-)
    Ich würde mich über einen Gegenbesuch deinerseits sehr freuen. Und wenn du vor lauter Diplomarbeit nicht zu müde bist und ein bisschen Zeit hast, könntest du ja bei der Gelegenheit in meine Leseprobe spitzen! :-)
    Du findest sie hier:
    http://www.roxannhill.blogspot.de/p/fur-ein-ende-der-ewigkeit.html

    Liebe Grüße und Kopf hoch, die Diplomarbeit wird irgendwann vorbei! Ich drück dir jedenfalls die Daumen, dass alles gut klappt!

    Roxann
    www.roxannhill.blogspot.com

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    1. Hi Roxann,

      Ich freue mich sehr über Deinen Kommentar und das Lob! Dankeschön!
      Deinen Blog habe ich mir bisher nur flüchtig angucken können, habe aber schon in die Leseprobe überflogen. Ich lese sie mir noch in Ruhe durch und werde dann meinen Senf dazu abgeben. ;-)

      Im Übrigen bin ich noch nicht am Diplomarbeit schreiben. Ich hatte nur eine ziemlich unpassende und stressige Situation zwecks Dozentensuche dafür zu durchleben.... Langsam ebbt diese aber ab. Auf die Arbeit an sich freue ich mich schon. (Ist das unnormal?!)
      Ich schreibe ja gern.

      Hab jedenfalls Dank für Deine lieben Worte!

      Alles Liebe,
      Ty

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