Freitag, 31. August 2012

In memoriam... oder auch: ich habe mich getraut...


... und habe "Ja" gesagt - und zwar zu meinem ersten Tattoo.







Ich wollte ja schon seit Jahren immer mal wieder ein Tattoo und der Wunsch war ja nie ganz verschwunden. In Wirklichkeit bin ich nur ein ziemlicher Angsthase gewesen und habe immer wieder Rückzieher gemacht.

Mir geht's auch aktuell nicht so gut, aber das Tattoo musste trotzdem sein und ich konnte auch nicht länger warten. Dafür, dass ich erst Jahre überlegt habe, wusste ich dann plötzlich doch ziemlich rasch, was ich wollte. Da hat mich das Dahinscheiden meines kleinen Pys sozusagen sprichwörtlich beflügelt und mir auch den fehlenden Mut gegeben, dass Projekt des Tättowierenlassens endlich durchzuziehen.
Ich wusste immer schon, dass ich gern ein Tattoo hätte, das Flügel beinhalten sollte. In letzter Zeit hatte ich auch mehrmals mit dem Gedanken an Pfoten gespielt. Irgendwie war es dann doch nicht mehr so schwer, eins und eins zusammenzuzählen und zu dem Ergebnis zu kommen.

Jetzt trage ich nun also seit gestern ein Tattoo etwas höher als am Handgelenk und auf der Arminnenseite. Gewählt habe ich den linken Arm, weil links ja die Herzseite ist und ich dies überaus passend fand, um die Liebe zu meinen Tierchen zu symbolisieren.



Zur Bedeutung meines Tattoos: 

Zum Einen ist es für mich Symbol der Erinnerung - und zwar nicht nur an meinen kürzlich verstorbenen Kater Pythagoras, sondern an alle meine bisher verstorbenen Tierchen. Ich möchte damit jedoch nicht nur ihr Leben und ihren Tod ehren. Das Tattoo ist für mich auch Symbol dessen, wie sehr ich mich ganz im Allgemeinen zu Tieren und im Besonderen zu meinen persönlichen Tierfreunden hingezogen fühle.
Ich denke, dass alle tierischen Begleiter ein Geschenk des Himmels sind und reinen göttlichen Ursprungs entstammen. Schon als kleines Kind habe ich eine starke Verehrung und Liebe für Tiere empfunden. Ich denke, dass kaum eine andere Form von irdischen Lebewesen zu solch reiner, bedingungslosen Liebe fähig sind, wie es Tiere sind.
Auch wenn ich Engel als energetische Wesen verstehe, so sehe ich Flügel doch als schönes Symbol für sie an. Eine Feder - in meinen Augen das Symbol für Leichtigkeit, Freiheit aber auch Reinheit - und viele weitere Federn bilden für mich das Netz der Stärke, Liebe und Reinheit: Flügel eben. Die Flügel in meinem Tattoo symbolisieren für mich einerseits das Geleit der Engel für meine lieben Tierchen, andererseits die allgegenwärtige Liebe der Schöpferkraft, der wir entstammen.
Den Heiligenschein sehe ich als Bild für den spirituellen Kanal, durch den liebevolle, starke Lichtenergie strömt.   

Trotz der doch recht schnellen Tättowieraktion hat dieses Tattoo für mich also eine tiefgreifende Bedeutung und uch habe nicht überstürzt gehandelt, wie es sich vermuten lässt, auch wenn die Umstände und meine generelle Verfassung zur Zeit darauf eventuell schließen lassen könnten.






Tättowieren und Nachsorge:

Eigentlich hatte gestern nur meine Mutter einen Termin, um ihr Tattoo nachstechen zu lassen. Ich habe sie begleitet und wir haben es geschafft, den Tättowierer zu überreden, mich auch ohne Termin mit meinem ersten Tattoo zu beglücken, sollte am Ende noch genügend Zeit übrig sein.

Ich war schon seit dem Entschluss, dieses Mal wirklich alles durchzuziehen und mir das Tattoo machen zu lassen, ziemlich aufgeregt. Als ich dann bei meiner Mom dabei sein konnte, hat mich die Faszination gepackt und ich habe es sehr genossen, zusehen zu können. Das Handwerk ist einfach total toll, faszinierend und eine echte Kunst und das Gespräch mit dem Tattooartist war auch sehr angenehm und tiefgründig.

Als Mom fertig war, war ich dann an der Reihe, mein Tattoo zu bekommen. Ich dachte erst, ich könnte es im Sitzen durchziehen, da es sich ja nur um ein vergleichsweise kleines Tattoo handelte, aber mein Kreislauf hat das dann doch nicht ganz mitgemacht und nach den ersten - ich schätze drei Minuten - musste ich mich dann doch hinlegen. Der Tättowierer hat dabei super reagiert und blieb ganz ruhig, was mich ebenso schnell beruhigt hat. Die ganze Atmosphäre war ohnehin sehr angenehm und es fiel mir sehr leicht, Sympathie und Vertrauen zu entwickeln.
Man muss an dieser Stelle vielleicht auch wissen, dass ich schon beim Blutabnehmen regelmäßig zusammenklappe. Meine Psyche kommt auf Blut oder die Vorstellung irgendwelcher Fremdkörper in meiner Haut einfach überhaupt nicht klar und meine Systeme machen schon bei der Vorstellung daran einen Abgang. Ich war schon froh, dass ich nicht bereits abgeklappt bin, als Mom ihren Nachstich bekam, und ich sogar ganz genau hinsehen konnte. 
Man hat aber auch kein Blut gesehen und die sehr angenehme Präsenz des Tättowierers hat mich gut entspannen lassen.

Ich blieb dann für die restliche Prozedur einfach liegen und habe auch nicht weiter zugesehen, wie ich tättowiert worden bin. Demnach habe ich hauptsächlich auf den Schmerz geachtet - auch wenn ich mir zunächst nochmal kurz die Dekoration des Raumes ansah. Ich habe es versucht, so zu handhaben, wie ich es in meiner Ausbildung gelernt habe und dem Schmerz einfach Raum zu geben und ihm zu gestatten, präsent zu sein, weil er so leichter hinzunehmen ist und eher wieder schwindet.



Tat es weh?

Nein zu sagen, wäre gelogen. Aber: der Schmerz war nichts im Vergleich zu der Vorstellung des Schmerzes, die ich vorab hatte. 
Am unschönsten empfand ich den Vorstich. Dieser hat mich gedanklich einfach irgendwie geekelt, weil er in mir das Gefühl ausgelöst hat, dass ein metallischer Gegenstand einfach durch meine Haut gezogen wird und das gedankliche Bild dessen schlimmer war, als die Realität. Der Vorstich hat mir auch mehr weh getan, als die Schattierungen. Aber hauptsächlich empfand ich den Schwerpunkt des Tättowiervorganges eher als psychisch-emotionale Belastung, anstelle eines physischen Schmerzes. 

Im Übrigen kann ich auch anmerken, dass ich das Geräusch des benutzen Instrumentes als sehr angenehm empfand. Anstelle dessen, dass es mir auf die Nerven ging, wie ich es von einigen Aussagen Bekannter und Freunde kenne, hat es mich entspannt. Es war einfach ein angenehmes Surren.

Am Ende konnte ich dann auch erfühlen, welche Stelle des Motivs gerade tattöwiert wurde, worauf ich stolz war, weil es mir zeigte, dass ich in meinen Empfindungen war und meinen Körper gut wahrnahm.




Bilder?

Leider habe ich im Studio keine Fotos gemacht und auch ohnehin vergessen zu fragen, ob das überhaupt möglich ist. Ich hätte gern zumindest ein Bild gehabt, aber die Erinnerung ist ja eh in mir festgehalten. 

Ich zeige Euch aber trotzdem noch einige Fotos, die gestern entstanden sind, weil sich ja irgend jemand von Euch dafür interessieren könnte, selbst noch keine Erfahrungen hat und neugierig ist, und so weiter... 


Das Tattoo mit Folie gesichtert - und noch etwas ersichtliches Wundwasser.

Nach der Wartezeit konnte die Folie endlich entfernt werden. Mom half mir, damit ich einen Arm für die Kamera frei hatte.

Das Tattoo wurde gesäubert - von Wundwasser und Farbe.

Ordentlich getrocknet wurde es auch.

Und anschließend mit einer nötigen, wichtigen Pflege versorgt.


Als ich gestern dann fertig war, war ich total happy und mein Adrenalinspiegel war so hoch, dass ich das Gefühl hatte, von hier daheim bis nach Heidelberg laufen zu können (ich wohne nahe bei Berlin). Mein Kreislauf war immer wieder dabei, am Rad zu drehen, aber nun darf man ja auch nicht vergessen, dass ich keineswegs wie im Idealfall ans Tättowieren heran gegangen bin und ich ohnehin schon angeeckt war. 
Ich war gestern einfach extrem glücklich über das Tattoo und kam mir vor, wie betrunken vor Freude und Erleichterung. 




Und heute? Der erste Tag, an dem ich mit dem Tattoo wach geworden bin?

Es ist einfach ein geiles Gefühl, dass das Tattoo immer noch da ist und das alles kein Traum war! 

Die Haut ist natürlich noch angeeckt und mein Arm ist auch noch etwas geschwollen, aber das ist ja normal.

Ich bin einfach immer noch total happy, dankbar dafür, dass Dank des East Tattoos alles so super geklappt hat, dankbar auch meiner Mom für dieses tolle Vorabgeburtstagsgeschenk und vorallem auch stolz auf mich selbst, dass ich es endlich durchgezogen habe. Ich fühle mich ein Stück weit gewachsen und glücklich mit meiner Erfahrung. Ich habe mich überwunden und endlich den Mut gefunden und mein Körpergefühl hat nochmal einen richtig positiven Kick bekommen.



Heute haben mir meine Jungs dann noch etwas für weitere Aufnahmen Model gestanden. Es ist aber gar nicht so leicht, diese Körperstelle allein zu fotografieren, erst recht nicht so, dass das Tattoo richtig herum zu sehen ist. Dazu kommt, dass man ja noch durch den Glanz der Tattoopflege eine kleine Erschwerniszulage beim Fotografieren hat, da man diesen auf den Fotos umngehen muss...


Hier sieht man die Schwellung noch ganz gut. Katzenmodel: Ethan Calanthe Galilei (Kuhchen)

Das Motiv richtig herum. Katzenmodel: O'Malley

Katzenmodel: O'Malley



Ich habe auf den heutigen Fotos im Übrigen mal den kleinen Ausschlag wegretuschiert, damit er das Bild nicht so verschandelt und nicht vom eigentlichen Tattoo ablenkt. 





Tattoo & Piercing Studio meines Vertrauens: 

Für alle Interessierten:
Das Tattoo habe ich im East Tattoo in Schöneiche bei Berlin stechen lassen.





Schaut Euch ruhig mal die Homepage an - dort sind in der Galerie einige interessante Tattoos, aber auch Piercings ausgestellt. Für Facebook-Fans gibt es auch noch die passende Facebook-Seite, die Ihr finden könnt, indem Ihr HIER klickt.



1 Kommentar:

  1. Ist doch toll geworden und die Mietze ist auch immer bei dir um dich zu trösten :) Süß

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