Montag, 27. August 2012

Ruhe sanft, Schwarzfresschen...!


Das schlimmste an Tierarztbesuchen ist, wenn man seine lieben Tierfreunde nicht mehr mit nach Hause nehmen kann, bzw. nur noch ihre Hülle mitnehmen kann. 
Heute ist genau dieser Fall eingetreten. 

Schon seit Längerem ging es unserem kleinen Racker nicht mehr wirklich gut, nur hat sich nicht feststellen lassen, was er hatte. 
Heute, nachdem ich von der Arbeit nach Hause kam, machten sich meine Eltern mit meinem lieben Pythagoras erneut auf den Weg zum Tierarzt, weil er sehr schlecht ausah, seine Medizin nicht nehmen wollte und auch nichts fraß. Daraufhin wurde er dann operiert und der Tierarzt sagte uns, er würde sich bei uns melden, wenn er etwas festgestellt hätte. Der Anruf kam viel zu früh, als dass es eine gute Nachricht hätte sein können. Mein Kleiner hatte schon zig Tumore gebildet. So hieß es, heute Abschied nehmen zu müssen. Gemeinsam mit meinem Vater habe ich unseren kleinen Py - seine körperliche Hülle - vom Tierarzt abgeholt und anschließend haben wir ihn dann im Garten begraben. 
Ich habe ihn selbst - in eine Decke gehüllt - ins kleine Grab gelegt. Das war mir wichtig. Er war mir immer sehr nah und ich ihm. Sowie ich das Haus betreten habe, kam er an. Er hat so gern auf meinem Bauch gelegen, weil es dort so weich war und man so gut mit den messerscharf-bekrallten Pfötchen pfoten konnte. Ich habe immer zu ihm gesagt "Komm' her, Mama ist weich" und dann kam er an und hat es sich auf meinem Bauch bequem gemacht. Ich habe den Kleinen praktisch von klein auf aufwachsen sehen und war seine Katzenmama... 

Py - meine kleine Scharzfresse, unser Scheißerchen, Bauernlümmel, Stallbursche... Er war wohl unser auffälligstes Tierchen, weil er immer am meisten geredet hat, manchmal so sehr, dass es fast etwas genervt hat. Er war für jeden Schabernack zu haben, tatzte aus dem Hinterhalt nach uns, wenn wir am Kratzbaum vorbeigingen. Er forderte sich ein, was auch immer er wollte. Er liebte es, mit Papiertaschentücherpackungen zu spielen und allerhand Dinge auf diebische Weise zu entwenden. 
Wenn es irgendetwas gab, das man auslöffeln konnte, so war er dabei. Gerade deshalb wird es so auffällig sein, dass er fehlt...
Py hat sein Leben gelebt. Schnell, auffällig, laut. Er war wirklich charakterstark. Ich werde ihn so vermissen, mein kleines Scheißerchen...    














Ich musste das jetzt einfach hier schreiben... Weil ich es einfach teilen musste...
Weil er es verdient hat, Erwähnung zu finden.

Ich weiß, dass er es jetzt besser hat, glaube ja auch an ein Leben nach dem Tod. Aber die egoistische Seite von mir vermisst ihn dennoch.
Es schmerzt, auch wenn die Erinnerung an ihn bleibt.
Wie soll man seinen kleinen Tierfreunden erklären, dass ihr jahrelanger Freund nicht nach Hause kommen wird, wenn sie nach ihm suchen?! Es tut so weh, das zu sehen....


Ich muss morgen früh raus, gleich morgens vor Gericht erscheinen und dann noch zig Klientengespräche durchstehen, bis in den Abend hinein. Ausgerechnet morgen ist der längste Arbeitstag der Woche. Ich fühle mich nicht danach, ins Bett zu gehen und zu schlafen. Und irgendwie doch wieder schon... Ich fühle mich nicht danach, das Haus zu verlassen oder irgendwelche Leistung zu erbringen.

Ich werde jetzt noch ein bisschen an meine kleine Schwarzfresse denken, ihm alles Gute wünschen auf seinem Weg...

 Das Leben geht ja weiter... Manchmal ist es nur schwerer zu ertragen....







Pythagoras 
R.I.P.


"Everything is everything
Everything is everything
But you're missing"
(Bruce Springsteen)








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