Samstag, 12. Januar 2013

Rezension: "Dylan & Gray" von Katie Kacvinsky




"Dylan & Gray"





Titel: "Dylan & Gray: Eine Liebesgeschichte in 26 Kapiteln"
Originaltitel: „First Comes Love“
Autorin: Katie Kacvinsky
Übersetzerin: Ulrike Nolte
Empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Boje)
Auflage: 1. Auflage 2012
Preis: 12,99 (D)
ISBN-10: 341482079X
ISBN-13: 978-3414820792





„Dylan & Gray“ von Katie Kacvinsky handelt von den beiden Teenagern, die diesem Buch zu seinem deutschen Titel verholfen haben. Im englischen Original trägt dieses Werk Kacvinskys den Titel „First Comes Love“. Vorweg verrate ich, dass ich beide Titel durchaus passend finde, denn was hier erzählt wird, ist die Geschichte um eben Dylan und Gray. Diesen Effekt unterstützend sind die Kapitel dieses Buches abwechselnd aus der Perspektive des jeweiligen Teenagers geschrieben.


Nun erwähnte ich das Wort „Teenager“ schon ziemlich häufig, was zu der Vermutung führen könnte, dass man es hier mit einer stereotypen Romanze zwischen Jugendlichen zu tun hat. Ganz so ist es aber nicht, denn auch wenn gewisse Grundelemente auch in diesem Plot aufgegriffen werden, so sorgen doch gerade die beiden Charaktere für die Besonderheit des Buches.


Gray wird von den Leuten um ihn herum am ehesten als cool angesehen. Seine Zurückgezogenheit verleiht ihm einen gewissen mysteriösen Touch, der auf Mädchen recht anziehend wirkt. Wenn er redet, so sind seine Worte zumeist schon eher unter der Beschreibung „direkt“ und „hart“ anzusiedeln. In gewisser Weise könnte man ihn als Abstrakt eines klassischen Badboy verstehen, der jedoch weniger Dreck am Stecken hat.
Natürlich – wie sollte es auch anders sein  – liegt Grays Verhalten und seinem Denken ein gewisser Auslöser dafür zugrunde. Eines seiner Lebenserlebnisse und dessen Folgen haben ihn geprägt und zu dem jungen Mann werden lassen, der er nun ist.
Dylan ist das, was man wohl – ähnlich wie Gray es sieht – als untypisches Mädchen bezeichnen könnte. Sie hebt sich von den anderen Mädchen, die Grey bisher kennenlernen durfte, entschieden ab. Ich finde, dass gerade ihr Charakter es ist, der diesem Buch eine interessante Seite verleiht. Denn Dylan läuft nicht nur anders gekleidet herum, als die meisten Mädchen ihres Alters dies täten, auch ihre Einstellung zum Leben scheint sehr anders zu sein. Auf den ersten Blick könnte man sie wohl mit solchen Wörtern wie „eigenartig“ oder „befremdend“ betiteln. Doch es zeigt sich recht schnell, dass hinter diesem ersten Eindruck, den sie bietet, eine großartig dargestellte Charaktertiefe liegt.
Dylan wirkt anziehend. Sie verdreht Dinge und ermöglicht es, eine neue Perspektive zu erleben und zu erkunden, sofern man sich auf ihren Charakter mitsamt all ihrer Taten und Worte einlässt. Es ist dieses Mädchen, das einen besonderen Reiz in diesem Buch für mich ausmacht.
Gray und Dylan treffen aufeinander und im Folgenden bleibt nichts wie es war. Die Veränderungen setzen langsam ein, nahezu schleichend, und doch werden sie beim Lesen gut spürbar.


Katie Kacvinsky bietet mit „Dylan & Grey“ mehr als eine Liebesgeschichte. Hier zeigt sich eine offenbarungsbietende Geschichte über das Leben selbst und man bekommt als LeserIn einen Anreiz, das eigene Leben zu überdenken und aus einem anderen Blickwinkel wahrzunehmen.


In dem Plot geschieht sehr viel und doch kann es einem beim Lesen so vorkommen, als wäre gar keine groß angelegte Handlung zu erkennen. Das Besondere an „Dylan & Gray“ sind die Feinheiten, die sich in der Storyline erkennen lassen.
Spannung ist für mein Empfinden durchaus gegeben. Sie entsteht jedoch weniger durch eine schnelle Abfolge von Szenen und Aktionen, als durch den Veränderungsprozess von Beziehungen und dem Aufdecken von Gefühlen, Gedanken und dem Lüften der Schatten der Vergangenheit.


Dieses Buch lässt sich leicht lesen. Es gibt hier nichts, was für mich den Lesefluss in irgendeiner Weise gestört hätte. Mir fielen lediglich zwei bis drei kleine Wörter auf, die vielleicht etwas spezielleren Wissens bedürfen. Aus dem Kontext kann man aber dennoch gut erschließen, wovon die Rede ist.

Settings werden von der Autorin sehr schön beschrieben, indem dies detailliert und atmosphäreschaffend geschieht. Ich hatte in keiner Weise den Eindruck, dass es zu allzu sehr ausufernden Beschreibungen gekommen wäre, denn selbst diese erwecken dieses Buch zum Leben. Stellenweise fühlte ich mich direkt an die beschriebenen Orte versetzt.


Zur Rezension diente mir die gebundene Ausgabe des Buches, die als Erstauflage 2012 durch die Bastei Lübbe GmbH & Co. KG, Köln aufgelegt wurde.
Mit seinen 240 Seiten ist dieses Buch nicht gerade sehr lang, bietet dafür aber einen gehaltvollen Inhalt.
Die Covergestaltung finde ich ansprechend. Die Vorderseite des Buchs zeigt die Abbildung eines Mädchens, die Rückseite die eines Jungen. Dazu gibt es dann jeweils ein Zitat, das einen Einblick darin gibt, wie Dylan und Gray zunächst übereinander gedacht haben.


Zwar ist „Dylan & Gray“ als Jugendbuch eingeordnet und an eine Zielgruppe von 14 – 17 Jährige gerichtet, doch ich finde, man verpasst einen sehr schönen und gewinnbringenden Lesegenuss, wenn man dieses Buch ignoriert, nur weil man aus der empfohlenen Zielgruppe herausfällt.


Alles in allem hatte ich sehr viel Spaß damit „Dylan & Gray“ zu lesen. Das Buch eignete sich perfekt, um eine leichte und doch aussagekräftige Lektüre zu genießen. Darüber hinaus ist es sehr gefühlvoll, was mich persönlich sehr anspricht. Das Charakterdesign finde ich toll und die Darstellung dessen, wie Beziehungen einer Dynamik unterliegen, die durchaus spannend und vielzeitig sein kann, finde ich gelungen und überaus lobenswert.
„Dylan & Gray“ bietet mehr als Liebe und Stereotypen. Die Autorin wagt sich, einen Zauber aus dem untypisch Erscheinenden zu schaffen, indem sie dies mit Aspekten koppelt, die überaus normal erscheinen. Zauberhaft anrührend – so würde ich dieses Buch am ehesten beschreiben, eine Geschichte über das Leben und die Liebe, die ich jederzeit gern wieder lesen und auch empfehlen würde.








Rückseite




    
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Vielen herzlichen Dank an amazon und Bastei Lübbe für dieses Rezensionsexemplar!



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