Sonntag, 13. Januar 2013

Rezension: "Intimate Deception" von Laura Landon (Challenge-Aufgabe)

Hallo meine lieben LeserInnen!


Heute gibt es gleich noch eine Rezension von mir. Zwei Rezensionen an aufeinander folgenden Tagen... Da bin ich ja fast stolz auf mich selbst, dass ich das dann doch mal hinbekommen habe... ;-)

Das Buch, das ich Euch heute zeigen möchte, hat mir sehr gut gefallen. Außerdem habe ich es für die Challenge meines Blogs gelesen. Die Aufgabe dazu: "Lies ein Buch mit einer alten Villa auf dem Cover."

So, dann spanne ich Euch nicht länger auf die Folter und wünsche Euch - hoffentlich - viel Spaß mit meiner Rezension.

Habt alle einen schönen Restsonntag und einen guten Start in die Woche!

Eure





"Intimate Deception"






Titel: "Intimate Deception"
Autorin: Laura Landon
Sprache: Englisch
Taschenbuch: 348 Seiten
Verlag: Montlake Romance
Auflage: 1. Auflage 2012
Preis: 13,64 (D)
ISBN-10: 1612184790
ISBN-13: 978-1612184791








Laura Landons „Intimate Deception“ spielt in den 1850er Jahren im viktorianischen England.

Ein Versprechen, das Grace einst gab, hat sie in die Pflicht genommen, sich um ihre Schwestern zu kümmern. Sie versucht dieses Versprechen einzuhalten, doch dadurch droht ihr die Zwangsheirat mit Lord Fentington. Dieser wirkt auf den ersten Blick hin wie ein rechtschaffener Mann, doch hinter seiner Fassade verbirgt sich ein grausamer Tyrann. Grace fürchtet die Ehe mit ihm und ist bereit, einen hohen Preis dafür zu zahlen, um der schrecklichen Zukunft, die sie erwartet, zu entfliehen. Ihr schwebt vor, ihre Jungfräulichkeit zu verlieren, um Fentington dazu zu bringen, das Interesse an ihr zu verlieren. Doch ein solcher Schritt hätte zur Folge, dass sie auf dem Hochzeitsmarkt nicht nur Fentington gegenüber ihren Wert verlöre.
Neben Grace steht in „Intimate Deception“ noch ein weiterer Charakter im Blickpunkt des Geschehens: Vincent Germaine. Er ist der Duke of Raeburn und seine Vergangenheit ist dadurch geprägt, dass er bereits zwei geliebte Ehefrauen bei der Geburt seiner Erben verlor. Aus Angst davor, dass sein Herz erneut gebrochen wird und daran glaubend, einen weiteren solch herben Verlust nicht verkraften zu können, hat er sich geschworen, nie wieder zu heiraten. Er ist nicht gewillt, sich auf eine Frau einzulassen, die nicht käuflich ist. Doch dann lernt er jemanden kennen, der seine Pläne ins Wanken bringt.


Zugegeben: Die Handlung von „Intimate Deception“ klingt nach nichts, was man nicht in ähnlicher Form schon gelesen, oder gesehen hätte. Man hat hier das typische „damsel in distress“- Schema (Jungfrau in Nöten) vor Augen und diese Assoziation ist auch gar nicht so weit hergeholt. In erster Linie sehe ich diese bekannten Handlungsaspekte jedoch in Zusammenhang mit der Beschaffenheit der damaligen Gesellschaft. Dramen wiederholen sich in ähnlicher Form, wie sie es auch heute noch tun, nur dass die äußeren Einflüsse sich geändert haben. Und trotz der unspektakulär erscheinenden Ausgangslage des Plots, ist dieser doch durchaus recht gut beschrieben, nachvollziehbar und lässt sich mit Freude am Lesen verfolgen.  
Das, was trotz der bekannten Handlungsstützpfeiler „Intimate Deception“ eben nicht so wie viele andere Bücher mit ähnlicher Thematik sein lässt, liegt wohl in erster Linie an dem Charakter von Grace. Auch wenn es so erscheinen mag, so ist sie nicht nur das hilflose, unerfahrene Frauchen. Ihr Charakter verfügt über Stärke und sogar eine gewisse Kühnheit. Sie ist intelligent und lässt sich in gewisser Weise nicht die Butter vom Brot nehmen. Gleichzeitig ist sie jedoch auch verletzlich und ihre Weiblichkeit wird durch ihre Zartheit unterstrichen. Was ich an ihrem Charakter bemerkenswert finde, ist die Darstellung dessen, dass sie gewillt ist zu kämpfen und ihr Schicksal – soweit es eben möglich ist – selbst in die Hand zu nehmen. Dennoch unterliegt sie gewissen Gepflogenheiten der Gesellschaft und der damaligen Zeit, die auf ihren Charakter Einfluss nehmen. Dies alles zusammengenommen ergibt eine interessante und lesenswerte Komposition und eine gute Grundlage für einen Charakter, der eben nicht allzu typisch erscheint.  
In Vincent Germaine zeigt sich die Persönlichkeit eines Edelmannes, der jedoch zerrissen ist und sich demnach zwar nobel verhält, jedoch auch von seinen Ängsten getrieben wird. Diese Zusammensetzung lässt sein Verhalten gewiss nicht langweilig werden. Meinem Empfinden nach, ist es Landon gut gelungen, seine Zwiespältigkeit darzustellen und zu begründen. Zwar wird oft an Vincents Vergangenheit erinnert, doch dies scheint nicht zu übertrieben, da die Verknüpfungen zu dieser an den passenden Stellen der Gesamthandlung des Buches aufgegriffen werden.
Nebencharaktere bekommen durch Landons Schreibstil ebenso wie die dominierenden Charaktere ein Gesicht und eine persönliche Geschichte. Das Ausmaß dessen entspricht der Wichtigkeit der einzelnen Personen für die Handlung.
Es gibt Charaktere, die sich „Gut“ und „Böse“ zuordnen lassen.

Den Schreibstil der Autorin empfand ich beim Lesen als äußerst angenehm. Man bemerkt das etwas geschliffenere Vokabular, das die historische Epoche widerzuspiegeln vermag. Dennoch gelang es mir auch als Nicht-Muttersprachler den Sätzen leicht Folge zu leisten. Unbekannte Wörter ließen sich bei Bedarf gut nachschlagen, jedoch war ebenso gut auch ein Erfassen des Kontextes ohne Nachschlagen möglich.
Ohnehin gefällt mir Landons Wortwahl. Sie hat einen ausdrucksvollen Schreibstil und allein durch die Ausdrucksweise der einzelnen Charaktere gelingt es ihr, Atmosphäre zu erzeugen.
Beschreibungen von Schauplätzen sind in „Intimate Deception“ enthalten, nehmen aber stets eher geringen Platz ein. Ich möchte behaupten, dass die Atmosphäre des Buches hauptsächlich durch die Gedanken und Worte der Charaktere, sowie den jeweiligen Handlungen erfolgt. Aus diesem Aspekt heraus sehe ich dieses Buch auch für Leser geeignet, die sich vor allzu ausufernden Beschreibungen von handlungsferneren Dingen scheuen.  

Landons Buch setzt auf Gefühle. Diese werden nachvollziehbar aufgezeigt und man bekommt Einblicke in die Gedanken der verschiedenen Charaktere, wobei das Hauptaugenmerk auf Grace und Vincent liegt. Die Kapitel sind so verfasst, dass eine Abwechslung zwischen der Innensicht Graces und Vincents vorliegt.

Für Spannung wird nicht einzig im emotionalen Bereich gesorgt. Wer an dieser Stelle noch denken mag, dass es hier „einzig“ um das Liebesleben der Charaktere geht, dem sei gesagt, dass auch einige actionreichere Szenen im Buch Erwähnung finden. Sogar der Tod stellt eine lauernde Gefahr dar.

Da mir zur Rezension ein Exemplar vorliegt, das über noch kein endgültiges Cover vorliegt, möchte ich im Rahmen dieser Rezension nicht aufs Design des Buches eingehen.


„Intimate Deception“ entspricht nicht meinem gängigen Beuteschema bei Büchern und doch habe ich das Lesen sehr genossen.
Mir gefällt der leicht lesbare, aber von der Wortwahl etwas gehobene Schreibstil Landons, durch den man sich in vergangene Zeiten versetzt fühlen kann.
Die Charaktere sind umfassend dargestellt, so dass es mir ein Leichtes war, Verständnis und Sympathien für sie zu entwickeln.
Trotz der klischeehaft anmutenden Handlung, überstieg „Intimate Deception“ meine Erwartungen bei Weitem und ließ mich mit einem sehr positiven Eindruck zurück. Mir gefällt es, dass in die Gefühlsebene eine Spannung eingebracht wurde, die über das Liebesleben der Charaktere hinausreicht.
Landons Buch hat mir ein paar ruhige und angenehme Lesestunden gebracht, die ich gern wiederholen würde. „Intimate Deception“ gehört zu den Büchern, die ich fraglos mehr als einmal lesen und darüber hinaus auch empfehlen würde.
  






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Vielen herzlichen Dank an amazon und Montlake Romance für dieses Rezensionsexemplar!


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