Freitag, 22. Februar 2013

Rezension: "Renegade" von J. A. Souders (Challenge-Aufgabe)

Hallo an Euch, 

heute gibt es eine Rezension von mir, die sich auf ein Buch bezieht, von dem ich mir sehr viel versprochen habe. Leider musste ich beim Lesen feststellen, dass es meinen Geschmack nicht ganz getroffen hat und meine Erwartungen nicht erfüllen konnte. 
Aber so etwas kommt halt auch vor... 
Ich werte dieses Buch dennoch als Erfüllung einer Challenge-Aufgabe aus der Read Me 2013 - Challenge.
Ich habe mitbekommen, dass viele Rezensionen zu diesem Buch auch sehr positiv ausfallen. Habt Ihr Erfahrungen damit gemacht? 

Euch allen einen schönen Tag!







"RENEGADE"








Titel: "Renegade:Tiefenrausch"
Originaltitel: "Renegade"
Autorin: J. A. Souders
Übersetzerin: Charlotte Lungstraß
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: ivi
Auflage: 1. Auflage 2012
Preis: 16,99 (D)
ISBN-10: 3492702813
ISBN-13: 978-3492702812







Inhalt:

„Renegade: Tiefenrausch“ spielt in Elysium. Das klingt erst einmal wie ein Names eines x-beliebigen Ortes, doch Elysium ist etwas ganz Besonderes, denn es handelt sich hierbei um eine Unterwasserwelt. In dieser leben die Menschen, die sich von den Bewohnern der Oberfläche abgeschottet haben, um ein Leben in Frieden zu führen. In eben jener Welt lebt auch die 16 Jahre alte Evelyn – oder kurz Evie. Sie ist die Tochter des Volkes und hat somit eine ganz besondere Position inne. Die Mutter des Volkes und das Volk selbst setzen auf sie. Evie hat Verpflichtungen, wichtige Verpflichtungen, die sie zu erfüllen gewillt ist.
Doch dann wird Evies Leben aus der Bahn geworfen und auch in Elyisum ist nichts mehr, wie es war. Ein Mensch der Oberfläche dringt zu diesem heiligen Ort vor und betritt ihn hingegen des Verbotes, das Oberflächenbewohnern für diesen unerlaubten Zutritt mit dem Tode droht.  .
Oberflächenbewohner sind grausam. Sie kriegen und morden und dürfen auf keinen Fall die Unterwasserwelt betreten, die doch zum Schutz der dortigen Bewohner vor all jenem, das die Oberflächenmenschen verheißen, geschaffen wurde.
Der Mensch, der den Frieden Elysiums bedroht, nennt sich Gavin.
Der Zufall will es, dass Evie und Gavin sich begegnen. Mit ihrer Begegnung treffen Welten aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Bald schon verschwimmen die Grenzen all dessen, was Evie und Gavin in ihrer jeweiligen Herkunftswelt gelernt haben. Doch da sind nicht nur die Unterschiede zwischen ihnen beiden.
Gavin weckt Zweifel in Evie: Zweifel, die sich gegen ihr ganzes bisheriges Leben richten. Plötzlich erkennt sie, dass sie in Elysium nicht so sicher ist wie sie es bisher glaubte. Es beginnt ein Kampf, bei dem es ums nackte Überleben geht. Und um zurück in die Sicherheit zu finden, muss Evie sich Fragen stellen, die sie zuvor niemals gestellt hätte. Ihr bleibt nur ein Weg: Die Suche nach Antworten. Und es scheint, als könne ihr dabei einzig und allein Gavin helfen.   



Meine Meinung:

Als ich die Inhaltsbeschreibung und die Covergestaltung zu diesem Debütroman von J.A. Souders sah, dachte ich zunächst daran, dass man mit Hilfe dieses Buches sprichwörtlich in eine faszinierende, neue Welt abtauchen kann. Ich mochte die Vorstellung dessen, dass der Plot des Buches unter Wasser spielt. Es wird auch immer wieder darauf Bezug genommen, dass sich Elysium von der Welt an der Oberfläche unterscheidet. Leider konnte mich das Setting Elysiums jedoch nicht ganz so sehr überzeugen wie ich es mir ausgemalt hatte. Es werden Erklärungen getroffen, wie die Sauerstoffzufuhr geregelt wird und es wird auch sonst erwähnt, wie Elysium aufgebaut ist und funktioniert.
Vom eigentlichen Wasser merkt man aber nicht allzu viel. Man kann sich das Ganze so vorstellen: Es gibt eine gewöhnliche Stadt, über die eine Käseglocke gestülpt wurde. Unter dieser gibt es günstiger Weise genügend Sauerstoff. Und es gibt mehrere Sektoren, in die Elysium aufgeteilt ist. Aber ansonsten erinnert das Ganze doch sehr an gewöhnliche Städte an Land. Ich hätte mir mehr Bezug auf das Wasser um Elysium herum gewünscht und vielleicht auch etwas mehr Kreativität im Bereich dessen, wie man eine Unterwasserwelt auch in ihrem Inneren mehr mit dem Element Wasser verbindet.
Elysium wirkte für meine Ansprüche an dieses Buch sprichwörtlich zu trocken. Man hätte den Plot genauso gut in den Weltraum oder an einen anderen Ort verlegen können, der schwer erreichbar ist.  

Was im Gegensatz zum Wasser aber fließt, ist Blut. In welcher Form und von wem möchte ich hier nicht verraten. Es sei aber so viel gesagt: ich empfand einige Darstellungen als unappetitlich. Es gibt nicht so viele blutige Szenen, wie sich das jetzt vielleicht anhört, aber das was geschildert wurde, empfand ich nicht gerade als prickelnd. Ich gehe so weit zu behaupten, dass dieses Buch nicht in die Hände von jüngeren Lesern geraten sollte. Ja, es kann immer einmal Blut geben. Selbst in speziell an Kinder gerichtete Formate findet sich solches. Was ich hier aber störend fand, war die Mischung des Blutes mit einem Bild von Gewalt / Psychopathie, das dafür sorgen kann, dass es auf die Psyche schlägt.

„Renegade“ („Überläufer“ bzw. „Deserteur“) – allein schon der Titel lässt ahnen, worauf der Plot hinausläuft. Das an dieser Stelle Evies Verhalten schon absehbar wird, finde ich noch gar nicht so schlimm. Es bleibt ja genug, worauf man neugierig sein könnte.         

Was ich diesem Buch zu Gute halten muss, ist die leichte Lesbarkeit. Der Lesefluss stellt sich als wässrig, nein Entschuldigung: fließend, dar. Das Vokabular sitzt, die Wortwahl ist schön. Gute Eindrücke der Atmosphäre werden vermittelt und man kann dem Geschehen leicht folgen.

Das wäre auch ganz gut und schön, wenn man nicht über einige unlogische Schritte in Evies Verhalten stolpern würde. Ja, sie begründet ihr Verhalten. Die Richtung, in die sie läuft, gestaltet sich als spannungsfördernd. Doch an manchen Stellen fragte ich mich wirklich, ob Souders sich gewisse Aktionen nicht eher schön zu Recht schrieb, als einer wirklichen Logik zu folgen. So wie gewisse Aktionen erklärt werden, machen sie definitiv Sinn. Lässt man aber die Erklärung weg, fragt man sich doch schon eher: Wieso wurde gerade dieser Schritt unternommen? Wieso wurde nicht anders agiert?
Evies Suche nach der Wahrheit und ihr Kampf ums Überleben zeigten sich zweifelsohne spannend. Dennoch wurde ich das Gefühl nicht los, dass hier unnötige und kostbare Zeit damit verschwendet wurde, Charaktere von A nach B nach C zu A und B und A zu hetzen. (Die Reihenfolge ist beliebig gewählt, denn ich möchte nicht spoilern, sollte aber veranschaulichen, was ich meine.)

Die Covergestaltung finde ich an sich sehr schön. Die Blautöne lassen sich gut mit einer Unterwasserwelt assoziieren. Die Frau, die in einem Glasbehältnis gefangen scheint, lässt symbolische Rückschlüsse auf Evies Person zu. Das ist aber auch schon alles, das das Cover mit dem eigentlichen Plot verbindet, denn ansonsten hat es nicht viel mit dem Buch gemeinsam. Auch hier kann ich somit keine volle Punktzahl vergeben.

Einen Extrapunkt gibt es jedoch für die zitierten Texte zu Beginn der einzelnen Kapitel. Hierbei handelt es sich nicht etwa um Zitate, die von einer fremden Quelle stammen. Nein, es handelt sich um Wiedergaben von Texten, die in Elysium eine wichtige Rolle spielen. Dies empfinde ich als kreativ und auch als eine gute Lösung, um der Leserschaft mehr Einblick in das Leben in Elysium zu bieten.   

 

Charaktere:

Evie… Ja, Evie nimmt wie schon erwähnt auf Grund ihrer gesellschaftlichen Position eine wichtige Rolle ein. Manchmal kommt sie etwas wirr und planlos herüber, aber dies ist gewollt und von daher meiner Meinung nach auch gelungen umgesetzt. Sie ist in der Lage, einen Entschluss zu fassen und zu diesem auch zu stehen. Ihr Handeln – auch wenn es teils unlogisch und nicht unbedingt kameradschaftlich erscheint – macht für den Charakter, als der sie konzipiert wurde, Sinn. Dazu kommt, dass sie durchaus in der Lage ist, ihre Aktionen zu verteidigen. Man kann in Evie stellenweise eine gewisse Zerrissenheit erkennen, die sie unsicher erscheinen lässt und auch dies lässt sich gut auf ihren biografischen Hintergrund zurückführen.
Evie wurde mir mit zunehmender Seitenanzahl angenehmer, jedoch gelang es mir nicht wirklich, ihren Charakter an mein Herz wachsen zu lassen.

Gavin erschien mir von Anfang an eher als ein Charakter, mit dem ich warm werden konnte. Er wirkte in sich gefasster und dadurch sympathischer.

Es gibt hier einen Nebencharakter, dessen Namen ich nicht verraten möchte. Jedoch konnte ich mich gut auf diese Person einlassen. Sie wirkte nachvollziehbar und man konnte mit ihr mitfühlen. Ich hätte mir gewünscht, mehr von dieser Person zu lesen. Es hätte den Eindruck, den „Renegade“ bei mir hinterließ, positiv bestärkt.

Ansonsten lässt sich aus meiner Sicht zum Charakterdesign sagen, dass es facettenreich war. Hierfür erhält Souders Buch einen Pluspunkt von mir.    



Fazit:

„Renegade“ wartet mit einem hübschen Cover, das jedoch nicht vollständig zum Plot passt, und einer Inhaltsangabe auf, die definitiv neugierig macht. Leider konnte sich meine durchaus positive Erwartung an den Plot nicht in gleichem Maße erfüllen.
Stellenweise erschien mir das Handeln der Protagonistin unlogisch.
Über diese Aspekte hinwegsehend, kann ich „Renegade“ dennoch als spannend und flüssig zu lesen bezeichnen.
Es gab kreative Ansätze der Autorin, die jedoch meinem Empfinden nach ausbaufähig sind.
Positiv hervorzuheben ist das Abwechslung bietende Charakterdesign.
Auf Grund gewisser gewaltbasierender Darstellungen würde ich das Buch nicht für jüngere Leser empfehlen.



 




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Vielen herzlichen Dank an amazon und an den Verlag IVI für dieses Rezensionsexemplar!

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